STEAG Fernwärme, Energieversorgung Oberhausen und Fernwärmeversorgung Niederrhein gründen Projektgesellschaft

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Essen. Eine effiziente, innovative und umweltfreundliche Wärmeversorgung sowie Versorgungssicherheit für das Ruhrgebiet: Dies soll die geplante Verknüpfung der Fernwärmeschienen an Rhein und Ruhr leisten. Heute wurde dazu ein wichtiger Meilenstein für dieses Großprojekt erreicht: In Essen unterzeichneten Vertreter der beteiligten Fernwärmeunternehmen STEAG Fernwärme GmbH (SFW), Energieversorgung Oberhausen AG (evo) und Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH (FN) den Gründungsvertrag für die neue Gesellschaft. Das Gemeinschaftsunternehmen trägt den Namen ‚Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr GmbH‘.

Für die Fernwärme-Unternehmen unterzeichneten die jeweiligen Geschäftsführer und Vorstände den Vertrag für dieses Vorzeige-Projekt: Udo Wichert, Sprecher der Geschäftsführung der STEAG Fernwärme GmbH, Markus Manderfeld, Geschäftsführer der STEAG Fernwärme, Dr. Thomas Götz, Geschäftsführer der Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH, sowie Bernd Homberg, technischer Vorstand, und Hartmut Gieske, kaufmännischer Vorstand der Energieversorgung Oberhausen AG.

Udo Wichert: „In den letzten Monaten hat das Projektteam mit den Partnern aus Dinslaken und Oberhausen hervorragende Arbeit geleistet. Ich freue mich darüber, dass wir dieses Zukunftsprojekt nun mit der Gesellschaftsgründung auch gemeinsam realisieren können.“

Bernd Homberg, technischer Vorstand der evo, sieht viele Vorteile in der ‚Schiene‘: „Vier starke Gründe sprechen für das Projekt: Versorgungssicherheit, Preisstabilität, Klimaschutz und Zukunftsverantwortung. Fernwärme bietet nicht nur eine Alternative zu Nachtspeicherheizungen, Öl oder Erdgas, sondern schafft eine noch größere Preisstabilität für unsere Kunden.“

Dr. Thomas Götz, Geschäftsführer der Fernwärmeversorgung Niederrhein betont auch den lokalen Charakter des Projekts: „Mit der Schienenverbindung sind wir in der Lage, günstige, lokal vorhandene industrielle und regenerative Erzeugungsanlagen einzubinden.“

Info: Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr GmbH

Anteilseigner der neu gegründeten Gesellschaft sind die STEAG Fernwärme GmbH (56,6 %), die Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH mit Geschäftsanteilen von 25,1 %, und die Energieversorgung Oberhausen AG (18,3 %). Ihr Zweck ist die Planung, Errichtung und der Betrieb der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr. In fünf einzelnen Teilprojekten soll die neue Fernwärmeleitung geschaffen werden. Damit können auch zusätzliche industrielle und regenerative Wärmequellen zur Versorgung eingebunden werden. Dazu gehören Müllheizkraftwerke, Gas- und Steinkohleheizkraftwerke, Industrieanlagen mit ihrer Abwärme sowie Wärme aus regenerativer Kraft-Wärme-Kopplung. Dadurch können große CO2-freie Abwärmemengen und KWK-Mengen allen Projektpartnern zur Verfügung gestellt werden. Damit leistet die Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr einen wesentlichen Beitrag zu den CO2- und KWK-Zielen des Landes NRW.

Baubeginn 2017 geplant

Die neue Fernwärmeleitung soll vom bestehenden Teil im Süden Bottrops bis zur
Fernwärmeschiene Niederrhein im Duisburger Norden verlaufen. Der genaue Trassenverlauf ist derzeit noch in der Planung. Der Trassenverlauf soll überwiegend über Grundstücke öffentlicher und industrieller Eigentümer geführt werden.

Wenn die Gesellschafter der Projektgesellschaft wie geplant im ersten Quartal 2017 einen positiven Baubeschluss fassen können, könnten erste Teilprojekte nach einer Bauzeit von zwei Jahren in Betrieb gehen.

Die Fernwärmeschienen Niederrhein und Ruhr könnten bereits 2019 miteinander verbunden sein und so die Wärmeversorgung der Region von Moers bis Herne durch die Nutzung von industrieller Abwärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärme aus regenerativen Energien und Müllverbrennungsanlagen langfristig, CO2-einsparend und allein aus Bezugsquellen vor Ort sichern.

Hintergrund: Machbarkeitsstudie „Fernwärmeperspektiven im Ruhrgebiet bis 2050“

Im Mai 2013 stellte NRW-Umweltminister Johannes Remmel die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Fernwärmeperspektiven im Ruhrgebiet bis 2050“ vor. Die vom Landesumweltministerium beauftragte Studie legt dar, wie durch eine Verknüpfung der Fernwärmeschienen das Ruhrgebiet, einer der größten Ballungsräume Europas, auf eine effiziente, innovative und umweltfreundliche Wärmeversorgung umgestellt werden kann.

Das Umweltministerium des Landes NRW hatte die Machbarkeitsstudie beim Büro BET Aachen in Auftrag gegeben. Diese Studie setzt auf der Kraft-Wärme-Kopplung-Potenzialstudie für NRW aus dem Jahr 2011 auf und zeigt wie in 2050 – unter dann veränderten Erzeugungsstrukturen – die Metropole Ruhr mit Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) versorgt werden kann.

Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass die Verbindung der Fernwärmeschienen Niederrhein und Ruhr mittels neu zu erstellender Transportleitungen sinnvoll ist. „Die Verbindung der Fernwärmeschienen bietet ein großes Potenzial für die Versorgung der Menschen in NRW“, so Wichert. Daher seien im Juli 2012 im Koalitionsvertrag zwischen NRW SPD und Bündnis 90 / Die Grünen NRW die Verknüpfung der Fernwärmeschienen Niederrhein und Ruhr als konkretes Leitprojekt ihrer KWK-Politik als politisches Ziel definiert worden.

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